GALERIE SCHÜTTE Wolfgang G. Bühler   
 
 
 

Botond

DIE MALEREI, DIE MALEREI...
- Ein Wunder, dass es sie noch gibt, die Malerei.
Eine renommierte Kunstzeitschrift hat vor Jahren das Ende der Kunst angekündigt. Und da Malerei eine Kunstgattung ist,
hätte sie auch mitsterben müssen. Auf der Stelle. Gleich nach der Ankündigung. Vielleicht? Vielleicht haben die Sachver-
ständigen der Zeitschrift doch nicht jenen Einfluss, den sie gerne hätten, um die Kunst umbringen zu können. Zumindest
die Malerei lebt munter weiter, unbeeindruckt von Prognosen.

- Ich glaube, dass es eine Rasse gibt, die "Maler" heißt. Sie kommt zwar nicht mit einem Pinsel in der Hand auf diese Welt,
wie man zu Recht vermuten würde, aber sie hat eine besondere Beziehung zum Licht. Zur Farbe, sagt man.

- Aber Farbe gibt es ja gar nicht! Es ist nur eine Sinnesempfindung des Betrachters.
Die Täuschung des Materials, das das Licht in ver­schiedenen Farben wiederspiegelt. Ein Material also, das das Licht trägt.
Immer nur die eine Farbe.

So wie wir sie kennen, ist sie einmalig und nicht erklärbar. Wir haben aber schöne Namen für sie gefunden: Ocker, Ultramarin,
Karmin, Chromoxid, Umbra, Sepia, Siena usw.

- Die zerborstenen Glassplitter, die das Sonnenlicht in allen Farben des Regenbogens wiedergeben, sind weiß. Sie fangen
das Licht ein und können nicht wählen, können sich nicht für eine Farbe entscheiden. Die Regentropfen malen das Licht zu
einem Farb-Bogen am Himmel. Wir stehen vor dunklen Wolken mit dem Rücken zum Licht (der Sonne) und betrachten diese
Erscheinung mit Hoffnung. So filtern Regentropfen aus Licht die Farben und Hoffnungen.

- Hier fängt ein Mysterium an, das Mysterium des Lichts und das der Farbe, das so lange fortbestehen wird, so lange es Licht
gibt. Und das der Malerei, die länger als angekündigt und, so lange es die Rasse der Maler gibt, das Licht einfängt und daraus
Malerei entstehen lässt.

- Es gibt am Anfang der Malerei die weiße Leinwand, die alle Farben zulässt, wie auch die Glassplitter.

- Ein Maler geht an die Arbeit. Er steht zwischen Licht und weißer Leinwand. Er verhält sich wie ein Glassplitter, aber er wählt
aus. er sublimiert das Licht und lässt nur die Farben an der weißen Leinwand erscheinen, die seine Sinne und (ich muss Mut
fassen, es auszusprechen) seine Seele durchlassen. Auf diese Weise haben wir an einer Leinwand nicht mehr nur das Licht.
Wenn wir diese gemalten (sogenannten) Bilder anschauen, kommt also das Licht in angereicherter Form an. Auf diese Weise
angereichertes Licht müssen wir einatmen (natürlich mit den Augen) und es noch einmal mit unseren Empfindungen anreichern.
Das Ergebnis ist doppelt angereichertes Licht.

- So ist das Bild fertig. In seiner Vollendung ist es auch ein Dialog über die unerklärliche Farbe.

- Man kann mit der Malerei viel erzählen, man kann auch nichts sagen wollen, man kann darstellen und/oder die Farbe kiloweise
auf die Leinwand auftragen. Man kann mit Farbe schreien, toben, wälzen. Man kann aber einfach die Farbe lassen was sie ist.

- Farbe. Das heißt Material, Licht, Hoffnung und Seele. Pur. Eine Botschaft.

- Noch etwas kommt aber dazu. Und das ist neben Sensibilität auch das "malerische Können" des Künstlers. Eine Wissenschaft
der Lichtanreicherung, seine "Pinselfertigkeit", die auch bei mehreren Schichten und Überlagerungen, bei verschiedenen Licht-
verhältnissen, bei schwankender Stimmungslage usw., seine Macht über dieses gebrochene Licht beibehalten kann und die uns
eine ultimative Botschaft des Lichts überreicht.

- Es werden Abbildungen dieser Botschaft in diesem Katalog zu sehen sein. Ganz persönlich für Sie sind die Bilder, die Originale,
weil sie keiner außer Ihnen so empfangen /empfinden wird. Wissenschaftlich begründet, hoch angereichert. Leise aber nachhaltig.

 

Botond
Bildhauer und Zeichner

   
   

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