GALERIE SCHÜTTE Aktuelles Elzel / Müller  
   
 
 
      

Am 16. Januar 2010 eröffnen wir zwischen 17 und 20 Uhr "Süße Agonie" mit neuen Fotogemeinschaftsarbeitenvon Wiebke Elzel und Jana Müller.
Zur Eröffnung und zum Besuch der Ausstellung laden wir Sie herzlich ein. Ausstellungsdauer: 16. Januar bis 27. Februar 2010.


Hier finden Sie eine ausführliche Ausstellungsdokumentation.

Die Katastrophe im Kopf - Über die Arbeiten von Wiebke Elzel und Jana Müller
Der rote Faden, der Wiebke Elzels und Jana Müllers Werk durchzieht, ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Katastrophen, Bedrohungen
und kollektiven Ängsten.
Seit 2001 arbeiten die beiden Künstlerinnen zusammen an großformatigen inszenierten Fotografien, die auf den ersten Blick vor allem ästhetische
Ausgewogenheit ausstrahlen. Wiebke Elzel und Jana Müller entwerfen ihre Settings ausgehend von realen Katastrophen, die uns durch die Medien
übermittelt werden. Die Katastrophe wird in ihren Arbeiten jedoch weder benannt noch direkt gezeigt, sondern nur über die Verwendung symbolträchtiger
Gegenstände wie Asche, weiße Fahnen, Sandsäcke oder Rauch angedeutet. Wiebke Elzel und Jana Müller setzen auf ein kollektives Gedächtnis, durch
das die in ihren Bildern gelegten narrativen Spuren vom Betrachter mit realen Ereignissen, die er aus den Medien kennt, verknüpft werden können.
Doch wie präzise ist dieses Gedächtnis an das tatsächlich Geschehene geknüpft? Ist es nicht vielmehr der ästhetische Wert, die Komposition, die sinnliche
Aussagekraft eines gestalteten Bildes, die sich in das Bewusstsein eingraben? - Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind in Wiebke Elzels und
Jana Müllers Arbeiten stets fließend. Seit 2003 arbeiten die beiden Künstlerinnen an einer Reihe von kleinformatigen Fotografien, die unter dem Titel
"Archiv Elzel / Müller" zusammengefasst werden. Es sind Bilder von Räumen, deren Türen vermauert sind, leer stehenden Fabriken, auf deren Boden
sich Aktenberge türmen, oder dem unter Wasser stehenden Chirurgiesaal eines verlassenen Krankenhauses. Auch in diesen Bildern stellt sich die Frage
nach dem Ereignis, welches die abgebildeten Räume und Orte in den Zustand des Stillstands und der Dekonstruktion versetzt hat. Wiebke Elzel und Jana
Müller scheinen diese Frage zu beantworten, indem sie die Bilder von real existierenden Orten in scheinbar dokumentarischer Akribie mit einem Stempel
auf grauem Passepartout versehen, der Angaben zu Name, Ort und Entstehungsdatum liefert.
Jedoch erweisen sich diese konkreten Angaben als völlig nutzlos bei der Beantwortung der Frage nach dem konkreten Ereignis. Die Katastrophe bleibt
hier so unbenannt wie bei den inszenierten Bildern. Was letztlich bleibt ist ein ins nichts gerichteter Katastrophenbericht - und die Bilder in ihrer physischen
Beschaffenheit und ihrer ästhetischen Präsenz.
Die in der Ausstellung "Süße Agonie" in der Galerie Schütte zusammengeführten neuen Arbeiten von Wiebke Elzel und Jana Müller sind während ihres
zweimonatigen Aufenthalts in Venedig im Frühjahr 2009 entstanden. An Venedig faszinierte die beiden Künstlerinnen die Gleichzeitigkeit von erhabener
Schönheit, reicher und prunkvoller Kulisse und dem in der Stadt immer präsenter werdenden drohenden Untergang der Inseln der Lagune durch das Acqua
Alta - das venezianische Hochwasser, das seit Mitte des 20. Jahrhunderts Venedig zunehmend bedroht.
In der großformatigen Inszenierung "Quartier" ist ein prunkvoller, mit Fresken und Stuck reich verzierter Innenraum eines Palazzos zu sehen. Auf dem
Fußboden dieses großen Saals liegen in strenger Doppelreihe etwas schäbig aussehende Matratzen. Was ist hier geschehen? Wurde hier ein provisorisches
Flüchtlingslager aufgebaut? Doch wer musste fliehen? Und scheinen die Matratzen nicht merkwürdig parallel zur Kamera ausgerichtet zu sein, statt sich an der
Architektur des Saales zu orientieren?
Die Arbeit "Land II" zeigt - streng im Block gehängt - 16 Fotografien von Inseln aus der Lagune Venedigs. Auf den ersten Blick erscheinen diese bei Sonnen-
schein fotografierten Bilder äußerst idyllisch. Doch bei näherem hinsehen fällt auf, das sämtliche Inseln verlassen sind: Die Gebäude sind bröckelnde Ruinen,
Reste ehemals großer Klöster oder aufgegebener Siedlungen.
Ähnlich wie bei den Bildern aus der Reihe "Archiv Elzel / Müller" erwecken die beiden Künstlerinnen den Anschein dokumentarischer Akribie, in dem sie
die Bilder auf der Rückseite mit einer Landkarte versehen, auf der Name und Position der Inseln mit Stempeln markiert sind.
Die in dem kleinen, kabinettartigen Raum der Galerie gezeigten Bilder aus der Arbeit "Land I" zeigen ein ganz anderes - und doch sehr ähnliches - Untergangs-
szenario: Diese Arbeit ist einem Dorf gewidmet, welches sich im Zustand der Auflösung befindet. Es häufen sich die Ansichten von Häusern, Scheunen, Gärten,
Straßenzügen. Auf den ersten Blick strahlen auch diese Fotografien eine heitere Ruhe aus. Erst beim zweiten Hinsehen fällt es dem Betrachter auf, dass die
Idylle trügerisch ist. Die Häuser sind verlassen, einige Fenster vermauert, kein Mensch ist zu sehen.
Die von Wiebke Elzel und Jana Müller in der Arbeit "Land I" zusammengeführten Fotografien zeigen Häuser des Ortes Heuersdorf, der seit 2006 systematisch
abgerissen wird, um das darunter liegende Braunkohlevorkommen nutzbar zu machen. In diesen Bildern wird das jeder Fotografie innewohnende geisterhafte
Moment, welches darin besteht, dass das Objekt, so wie es auf dem Bild erscheint, nie wieder so festgehalten werden kann, durch das Wissen um das tatsächliche
Verschwinden des Dorfes noch gesteigert: Die gezeigten Motive gibt es tatsächlich nicht mehr.

 

 

    
Der Kunstverein Plauen-Vogtland, Alter Teich 7/9, 08527 Plauen, zeigt vom 15. Januar bis 14. Februar 2010, die Werkschau "Der Eigensinn
des Bildes" von OSTER+KOEZLE. Die Ausstellung wird am 15.1.2010, 19 Uhr, durch Peter Hochel eröffnet.

 

Thom Barth ist in "Collagen Sammeln" im Kunstverein Augsburg, Holbeinhaus, Vorderer Lech20, 86150 Augsburg, bis 17. Januar 2010
vertreten.

 


Ingo Nussbaumer ist mit Arbeiten bei "color continuo 1810... 2010... System und Kunst der Farbe" in der ALTANAGalerie, TU Dresden,
Helmholtzstr. 9, 01069 Dresden, vertreten. Eröffnung: 23. Oktober 2009, 19:00 Uhr. Ausstellungsdauer: bis 27. Februar 2010.
Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 - 18 Uhr Sa 10 - 14 Uhr

 


Gerda Schlembach ist mit der Arbeit "Fluid 1/2" an folgender Ausstellungsreihe beteiligt: "Drehscheibe I - Durch die Blume gesagt", Werke aus der
städtischen Sammlung im Dialog mit aktueller Kunst, zusammen mit Bettina Enzenberger und Horst Ziegler im Museum im Kulturspeicher, Würzburg,
Präsentation im Raum 05, 12. Oktober 2009 bis 14. März 2010.

 


Nächste Ausstellungseröffnung bei uns: 6. März 2010 Laura Ribero.

 
   
   
   
   

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