GALERIE SCHÜTTE Presse Armin Turk     
 
 
Kettwig Kurier
Samstag, 19. Februar 2011

Werdener Nachrichten
Januar 2011

"Der Farbe durch Licht eine Gestalt geben" von Tankred Stachelhaus

 

 

Entweder geben Besucher lautstark Erstaunen preis oder sie werden ganz still. Manchmal geschieht beides. Denn kaum jemanden lassen Armin Turks Arbeiten unberührt, und das, obwohl sie außer einer pulsierenden, fast monochromen Farbfläche nichts Gegenständliches abbilden. 

An den Rändern klarer verschwimmen helle, gelbliche und blaugrün fließende Farben unmerklich zu einem Zentrum hin. Pigmentnebel sind es, pulverisiert sehen sie aus. Ohne individuellen Duktus gesetzt, verdichten oder lösen sie sich auf und entfalten ihre Energie nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im Raum, besonders wenn sie wie in der Galerie Schütte in kühles, taghelles Licht getaucht sind. Fehlt es, nimmt sich die Wirkung der Bilder anders aus. Die zarten Farbnebel glühen auf, trüben ein oder verglimmen bei Dunkelheit.

Was diese hauchdünn übereinander liegenden Flächen aufscheinen lassen, ist Licht, Licht auf ebener Leinwand durch Farbe gebannt. Manch ein Besucher meint, es gehe "die Sonne auf." Doch mehr noch als das, ist es die immaterielle Erfahrung von Licht, die berührt. Als könne man eintauchen in eine Sphäre, die einen freundlich umfängt und in andere Regionen trägt. Eine erhebende Erfahrung von Zuversicht und Trost ist vor diesen Bildern möglich, so wie es Religion oder das Erleben von Natur vermitteln können. 

C.D. Friedrich war einer der ersten, der den sehnsuchtsvollen Blick des Wanderers über ein Nebelmeer hinaus in eine religiös metaphorische, tief romantische Ideallandschaft beschwor. Konequent ist, Künstler 200 Jahre danach das Bild entleert, den Inhalt neutralisiert und das Geschehen auf die Fläche und in den Kopf des Betrachters verlegt. Das Erhabene wird bei Turk wird hier subjektiv und wahrnehmungs-theoretisch fundiert. Was auf jeden Fall bleibt, ist der Wunsch nach Entgrenzung, der Blick nach innen oder die tendenzielle Auflösung des Subjekts.

Klar also ist, dass die Bilder des Velberter Künstlers schwer zu beschreiben sind. So wie die Farben: Perlmuttgelb oder sollte man sagen hellviolettbraun, Farben, die mit dicken Pinseln aus hellwässrigen Töpfen und Tiegeln schnell, scheinbar spontan und transparent lasierend auf Segeltuch gewischt Höhen, Tiefen, Volumina suggerieren, die mit jeder Bewegung vor dem Bild anders wahrnehmbar sind? Die Weite, Tiefe, Fläche andeuten, wo einfach nur Öl und Eitempera gemischt auf dem Bildkörper stehen? Dem Lärm, der Reizüberflutung heute, soviel ist klar, setzt Armin Turk Stille und Konzentration entgegen, die nachhaltig und hoffentlich nicht von gestern sind.

ruhrkunst.com

Februar 2011
von Christiane Dressler


Kettwig Kurier
Samstag, 15. Januar 2010
NRZ-Essen
Mittwoch, 5. September 2007
Kettwig Kurier
Mittwoch, 5. September 2007
WAZ-Kettwig
Dienstag, 4. September 2007
WAZ-Essen
Freitag, 31. August 2007

Armin Turk in "Farbe + Kontraste und Nebenwirkungen", Kunsthaus Essen, 4.12.2004 - 9.1.2005

Kunstforum Band 174
Januar - März 2005, Seite 312 ff

WAZ-Kettwig
Samstag, 29. Mai 2004
WAZ-Essen
Freitag, 16. Mai 2004
NRZ-Essen
Mittwoch, 14. Mai 2004
NRZ-Essen
17. September 1999
WAZ-Essen
11. September 1999
   
   

Home | Aktuelles | Künstler | Kataloge | Editionen | Ausstellungen | Presse | Messen | Links | Kontakt

GALERIE SCHÜTTE . Hauptstr. 4 . D-45219 Essen . Fon 0 20 54 - 87 17 53 . Fax 0 20 54 - 87 19 66 . info@galerie-schuette.de